Kitas und Schulen


Ich will mich nicht als Bildungs-Experten verkaufen. Das bin ich nicht. Mir geht es hauptsächlich um ausreichend Geld für Kitas und Bildung. Und, dass nicht von Bildung gesprochen und nur Wissen geliefert wird.

 

Was haben wir in Deutschland? Bodenschätze, die wir mit gutem Gewinn auf dem Weltmarkt verkaufen könnten? Nein. Haben wir ein begünstigtes Klima? Auch nicht. Wir haben nichts, gar nichts, außer der Intelligenz und den Fähigkeiten unserer Menschen. Wenn wir dann an der Bildung sparen, sägen wir den Ast ab, auf dem wir alle sitzen.

 

Kitas

 

halte ich für enorm wichtig. Dort lernen Kinder, soziale Kontakte aufzubauen. Vielleicht könnten sie auch lernen, dass nicht Beruf oder Portemonnaie der Eltern den Wert eines Kindes ausmacht. Sondern die kleine Persönlichkeit, die sie schon sind. Wir haben in Deutschland nichts zu verschenken. Da Bildung unser einziges Kapital ist, brauchen wir die optimale (Aus-)Bildung für jeden. Egal ob Kind armer oder reicher Eltern. Eine gute Förderung muss schon sehr früh anfangen und darf nicht abhängig sein vom Einkommen der Eltern.

 

Mir war das verwehrt. Ich wurde von den Großeltern "verwahrt". Die trauten sich nicht, mich mit anderen Kindern spielen zu lassen wegen einer gefährlichen Bundesstraße ganz in der Nähe. Kindergarten? Gab es damals kaum und wenn, musste auch die Konfession stimmen. Schlechte Karten für ein Kind katholischer Eltern in Wermelskirchen.

 

Kitas kosten Geld, ist klar. Aber ich denke, in der besonderen Situation, die wir in Deutschland nun mal haben, dürfen wir da beim besten Willen nicht sparen. Auch im Interesse der Eltern, die Beruf und Kinder unter einen Hut bekommen müssen.

 

Schulen

 

müssen auch vor dem Rotstift geschützt werden. Wir leben in einer Zeit der digitalen Revolution. Vielleicht werden Sie noch die Singularität erleben (....künstliche Intelligenz wird menschlicher überlegen). Ich will nicht über Leverkusen herziehen. Die Stadt hat über 3000 Tablet-PCs angeschafft. 4400 sollen noch aus dem Landesmitteln dazukommen. Das hilft, damit auch Kinder aus nicht wohlhabenden Haushalten Zugang zum digitalen Lernen haben. Hoffentlich klappt es dann auch mit dem Glasfaser-Anschluss für Schulen. Intelligenz und Fähigkeiten sind ein Wert an sich. Das kostet eine Stange Geld, wenn man es auf ostasiatischem Niveau machen will. Aber es ist gut investiertes Geld. In eine Zukunft für Deutschland.

 

Bildung ist mehr als Wissen

 

Woran ich mich vor allem erinnere ist, dass mir eigentlich nur Wissen eingetrichtert wurde. Selbst so ein Quatsch wie Latein musste ich noch lernen. Das wurde als allgemeiner Bildungswert verkauft. Aber bei der Bildung sah es schon dünn aus. Sehr dünn. Eigentlich war es nur ein einziger Lehrer, der etwas über Wissen hinaus vermittelt hat. Wenn man neben Wissen auch Bildung vermitteln will, braucht man dazu zusätzliches Personal. Auch das ist gut inverstiertes Geld.

 

Durch die digitale Revolution werden die Medien immer vielfältiger. Jeder kann seine Meinung sagen und damit viele Menschen erreichen. Das ist im Prinzip gut so. Jedoch kann man nur mit einer guten Bildung abwägen, was eine wahre Nachricht ist und was ein gefälschte Nachricht. Entweder, weil der Schreiber sich nur "wichtig machen" will oder auch, weil politische Absichten verfolgt werden. Wenn am zum Beispiel Corona-Leugner fragt, hört man doch immer, dass man ihre Meinung überall (...gemeint im Internet) lesen kann. Das stimmt ja. Aber nicht alles, was schwarz auf weiß auf einem Bildschirm erscheint, muss auch wahr sein.

 

Recht auf Glück

 

Ich habe im Kapitel "Kitas" von "optimale (Aus-)Bildung" gesprochen. Ganz bewusst habe ich den Begriff "beste Bildung" vermieden. Das hat seinen Grund. Es macht keinen Sinn, wenn Kinder mit einer Schulbildung gequält werden, die nicht zu ihren Talenten passt. Wir brauchen nicht nur Philosophen und Rechtsanwälte, wir brauchen auch praktisch orientierte Ausbildungen. Zu meiner Zeit gab es auf dem Gymnasium keinerlei Hinführung auf das spätere Berufsleben. Und das hat sich kaum geändert. Lehrer müssen den Schülern das Wissen eintrichtern, was der Lehrplan vorsieht. Aber Lernen um des Lernens Willen ist so sinnvoll wie eine Sprache, die niemand mehr spricht.

 

Das Sammeln von Wissen muss auf das zukünftige berufliche Leben zugeschnitten sein. Dann macht das Lernen auch Spaß und fällt viel leichter. Vor allem, wenn Kinder hingeführt werden zu einem Beruf, der ihnen Freude bereitet und nicht eine lästige Pflicht ist, um die Miete zahlen zu können, werden sie glücklich in ihrem Leben. Und nicht nur das! Wenn sie den Beruf bekommen, der zu ihnen passt, werden sie richtig leistungsfähig.

 

Daran mangelt es noch. Und es kostet wieder einmal mehr Geld. Aber der Gewinn daraus wird riesig sein.

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