Elektro-Mobilität


Sie entscheiden

 

Es soll allein Ihre Entscheidung bleiben, ob Sie noch einmal ein Auto mit Verbrenner-Motor kaufen. Ich kämpfe einzig dafür, dass alle, die ein E-Auto kaufen wollen, das auch können. In Quettingen gibt es fast keine Eigenheime. In Mietwohnungen und Geschoss-Eigentums-Wohnungen mit Tiefgarage kann man in aller Regel keine Wallbox anbringen. Man ist angewiesen auf öffentliche Ladesäulen. Die EVL hat in Quettingen und Lützenkirchen aber keine einzige Ladesäule aufgestellt. Das brauchen wir flächendeckend. In dicht besiedelten Gebieten maximal 200 Meter von Ihrer Haustüre entfernt. Und niemals darf die Zahl der Ladesäulen dem Bedarf hinterher rennen.

 

 

1 Million Ladesäulen bis 2030

 

Wieder so ein toll klingendes "Ziel". Rechnen wir mal. Leverkusen hat 0,2% der deutschen Bevölkerung. Macht 2.000 Ladesäulen bis 2030 oder 200 Ladesäulen jedes Jahr. Und was haben wir? Die Stadt und ihre Betriebe sind gut versorgt. Vor der EVL und der Avea stehen Ladesäulen. Da wohnt aber niemand. Vor dem Elberfelder Haus steht auch eine. Wobei 1 Platz exklusiv für Wupsi Carsharing reserviert ist. Am Klinikum und bei der TBL in der Fixheide gibt es Ladesäulen. Hinter verschlossenen Türen.

 

Für's "Fußvolk" hat die EVL aktuell ganze 7 Ladesäulen. In Worten: sieben. Dabei steht für 2020 ein Fördertopf über 300 Millionen Euro für die Ladeinfrastruktur bereit. Mein Antrag zum schnellen Aufbau der Lade-Infrastruktur ist am 25.06.2020 im Rat krachend gescheitert. Null Interesse, CO² einzusparen und sich Ladesäulen vom Bund subventionieren zu lassen.

 

"Ziele" in die Welt setzen, das können die Volks-Parteien immer gut. Dann aber auch den Worten Taten folgen zu lassen, ist zu viel verlangt. Dafür lässt die CDU auf Plakaten ihren OB-Kandidaten ein Wupsi-Fahrrad anfassen. Mit dem Werbe-Slogan "Mobilität - Bewegung statt Stillstand". Die Realität lehrt eher "Stillstand statt Bewegung". Warum lächelt der Mann nicht aus seinem Porsche? Das wäre ehrlich.

 

So fließen die Förderungen für E-Mobilität allein in die Taschen von Eigenheim-Besitzern, die in aller Regel nicht arm sind. Umverteilung von unten nach oben. Warum gehen die Parteien mit roter Grundfarbe da nicht auf die Barrikaden? Mir stinkt das jedenfalls gewaltig.

 

Stadtverwaltung und Rat müssen auf trapp gebracht werden.

 

Wenn sich jemand für ein Elektro-Auto interessiert, aber nicht kaufen kann, weil es keine Ladesäulen gibt, und so noch mal zum Benziner greift, ist das eine Entscheidung mit Wirkung für die nächsten 10-20 Jahre. Solange, wie das Auto fährt. Das tut der Umwelt richtig weh.

 

 

 

E-Autos

 

... fahren, wenn sie mit Öko-Strom geladen werden, fast ohne CO²-Ausstoß. Am Auto sowieso ganz ohne Abgase. Aber die Anlagen, die regenerative Energie produzieren, müssen ja auch gebaut werden. Dabei fällt etwas CO² an, was auf die produzierten Kilowatt-Stunden umgelegt werden muss, wenn man 100% korrekt rechnen will. "Fast ohne" kann man auch griffig darstellen: Ein vergleichbares Benzin-Auto stößt pro gefahrenen Kilomoter 30x so viel CO² aus wie bei einem E-Auto anfällt. Diesel- und Erdgas-Motoren sind nicht viel besser. Plug-In-Hybrid-Motoren erst recht nicht, weil sie mit Steuergeldern hoch subventioniert werden, aber das Ladekabel sehr oft original verpackt bleibt. Diese Tabelle wurde vom ADAC veröffentlicht:

 

 

An den Ladesäulen in Leverkusen (EVL und Allego) gibt es nichts anderes als Öko-Strom. Das ist gut so und muss auch so bleiben.

 

 

"Giftige" Batterien

 

Das hohe CO²-Äquivalent bei der Produktion von Elektro-Autos fällt durch die Lithium-Ionen-Batterien an. Aber nur, weil man die notwendige Energie zur Herstellung von Batterie-Zellen mit dem "dreckigen" chinesischen Energie-Mix mit einem sehr hohen Anteil von Kohle-Verstromung berechnet. Die meisten Batterie-Zellen allerdings werden von Tesla in Nevada hergestellt. Mit regenerativer Energie. Also ohne CO²-Ausstoß. Wenn die Produktion endlich und 10 Jahre zu spät in Europa anläuft, wird es auch Öko-Strom sein. Logisch.

 

Für Lithium-Ionen-Batterien sind seltene Erden notwendig. Zum Beispiel Kobalt, worum das meiste Geschrei gemacht wird. Sie können mir aber keine Kobalt-Mine nennen. Ganz einfach, weil es keine einzige Kobalt-Mine gibt. Kobalt ist Beifang aus der Kupfer- und Zinn-Förderung. Auch im Kongo. Dort hat man die Wahl, bei den großen börsen-notierten Minenkonzernen einzukaufen. Welche aus Angst vor schlechter Börsen-Presse internationale Arbeitsschutz-Vorschriften einhalten. Oder beim fliegenden chinesischen Händler, der die Förderung aus den illegalen, aber geduldeten Kleinst-Minen verhökert.

 

Das Geschrei um Kobalt ist heuchlerisch. Und bald auch Schnee von gestern. Bei Natrium-Ionen-Batterien sind entscheidende Durchbrüche erzielt worden. Lithium brauchen die nicht mehr. Natrium gewinnt man aus Kochsalz. Diese Batterien sind auch viel billiger.

 

Hier lesen Sie mehr über Natrium-Ionen-Batterien

 

 

 

 

Hauchdünne Atmosphäre

 

Würden Sie die Strecke von der Autobahnauffahrt Opladen zum Autobahnkreuz Köln Ost (A4 nach Olpe) als "weit" bezeichnen? Sicher nicht. Das sind 11 Kilometer. Genauso dünn ist die eigentliche Atmosphäre. Bis hier können Verkehrsflugzeuge steigen. Was darüber kommt, ist schon der langsame Übergang ins Nichts. In diese hauchdünne Atmosphäre pusten wir tonnenweise alle möglichen Abgase und vor allem den Klima-Killer Kohlendioxyd (CO²). Wenn wir so weiter machen wie bisher, kommen wir 2050 dem "Worst-Case-Szenario" (RCP 8,5) des Weltklima-Rates (IPCC) bei den Folgen der Klima-Erwärmung sehr nahe. 

 

 

Retten, was noch zu retten ist

 

Es ist nicht 5 vor 12. Tatsächlich ist es schon 15 Minuten nach 12. Und bald ist der "point of no return" erreicht.

 

Die Welt wird 2050 nicht mehr sein, wie sie heute ist. Es geht nur noch darum, dass Ihre Kinder und Enkel nicht gerade auf einem Wüstenplaneten überleben müssen. Wir müssen den CO²-Ausstoß reduzieren. Wir müssen jetzt anfangen. Nicht in 10-15 Jahren. Oder auf dem letzten Drücker bis zum "Klima-Ziel" CO²-freies Europa 2050. Entscheidend ist, wie viel CO² wir bis dahin schon eingespart haben.

 

 

Rücksichtslos

 

Ja, ich kenne die ganzen "Studien" und "Berichte", die E-Mobilität in Frage stellen. Ich habe, mit Verlaub, die Schnauze gestrichen voll von den ständigen Nebelkerzen der Mineralöl- und Auto-Industrie. Mir macht keiner mehr etwas vor. Ich kenne ihre Maschen und Propaganda.

 

 

Der WDR brachte am 5. August, leider mitten in der Nacht, eine seriöse Reportage über die Machenschaften der Öl- und Energie-Industrie.

 

Hier ist der Link. Sie werden sprachlos sein.

 

 

 

Der Brannon Report

 

ist aus dem Jahr 1957. Im Auftrag von ExxonMobil (damals noch Esso) sollten Wissenschaftler untersuchen, wie sich der Ausstoß von Abgasen auf die Umwelt auswirkt. Anlass war der Smog im Großraum Los Angeles. Es wurde im Brannon Report ausdrücklich bestätigt, dass giftige Autoabgase Hauptverursacher des für Menschen giftigen Smog sind. Los Angeles hat besondere klimatische Verhältnisse. Ist klar. Aber ist Los Angeles auch weit weg? Nein! Ich habe 13 Jahre im Colonia-Hochhaus gewohnt. 41. Etage. Ich habe mit meinen eigenen Augen gesehen, dass über dem Großraum Köln eine Dunstglocke hängt. Fast jeden Tag.

 

Diese Studie kam nur durch investigativen Journalismus ans Licht, ExxonMobil hat sie niemals veröffentlicht. Aber man reagierte. Natürlich nicht für die Umwelt. Um Gottes Willen, wo denken Sie hin! Man "kaufte" gefällige Studien, man stellte "Fragen", sähte Zweifel. Um Wahlen zu gewinnen, braucht man in den USA viel Geld. Sehr viel Geld. Ein dicker Batzen für den Wahlkampf fördert die Freundschaft. Zu ExxonMobil und anderen Ölkonzernen. Die "autogerechte Stadt" wollte man auf gar keinen Fall aufgeben. Tatsächlich wurde Los Angeles in den 19-60-iger Jahren zum Vorbild für viele Städte. Auch für Leverkusen. Zum Vorteil der Ölindustrie.

 

ExxonMobil weiß seit 63 Jahren definitv von den Gefahren durch Verbrennungs-Motoren in Autos bei Massen-Motorisierung. Die Geschäftspolitik änderte man keinen Millimeter. Umwelt war und ist Scheiß egal, Hauptsache die Kasse klingelt. Und das bitte weltweit!

 

 

Der Robinson Report

 

ist aus dem Jahr 1968. Im Auftrag des Verbandes der US-Ölindustrie sollte untersucht werden, wie sich der Ausstoß von Kohlendioxyd (CO²) auf die Umwelt auswirkt. In der original Studie steht ausdrücklich:

 

"Wenn die Kohlendioxid-Werte im jetzigen Tempo weiter ansteigen, dann kommt es voraussichtlich zu deutlichen Temperaturanstiegen. Zweifellos würde der Umweltschaden enorm sein. Obwohl es auch andere mögliche Ursachen für den aktuellen CO2-Ausstoß gibt, scheint keine so gut zur festgestellten Sachlage zu passen, wie die Theorie des fossilen Brennstoffausstoßes."

 

Die Ölindustrie reagierte auch hier sofort. Das Stanford Institute bekam den Auftrag, die Studie noch mal anzufertigen. Etwas netter bitte. Von dieser frisierten Studie bekam die Regierung nur eine auf die Rosinen gestrippte Version zu sehen. Aber man tat auch was: die eigenen Anlagen wurden besser geschützt gegen den Klimawandel. Zum Beispiel Bohrplattformen (gegen stärker werdende Stürme) und Pipelines in arktischen Gebieten (gegen Auftauen des Permafrost).

 

Die Öl- und Kohleindustrie weiß seit 52 Jahren von den Gefahren des ungebremst steigenden CO²-Ausstoßes. Die Schutzmaßnahmen für die eigenen Anlagen beweisen, wie ernst die Gefahren des Klima-Wandels genommen werden. Trotzdem wurden weiter die "erfolgreichen" Rezepte angewendet, den Klima-Wandel zu leugnen. Die Umwelt und zukünftige Generationen bekam einen kräftigen Tritt in den Hintern.

 

Selbst heute, wo es schon zu spät ist, gehen diese Kampagnen weiter. Mit Trump und seiner Administration ist man sogar "gut aufgestellt".

 

 

 

 

E-Autos sind doch doof

 

Ich habe ein E-Auto und will nie wieder etwas anderes. Fahren ist komplett verschieden. Ich werde nicht getrieben vom Hubkolbenmotor, der ständig mit der passenden Drehzahl bei Laune gehalten werden muss. Ein Elektro-Motor entwickelt das volle Drehmoment aus dem Stand und das ändert sich nicht, egal wie schnell sich der Rotor dreht. Ein Getriebe hat ein E-Auto folglich nicht. Die Stromkosten fürs Fahren sind nur halb so hoch wie für den Sprit an der Tanke. Unter der Haube eines E-Autos dreht sich nur der Rotor. Im Kreis und sogar reibungsfrei. Vibrationen gibt es keine und entsprechend geht auch nix kaputt. Inspektion 1x im Jahr, egal wie viele Kilometer.

 

Einzig "sound" gibt es nicht. In der Stadt rollen E-Autos vorbei und Sie riechen und hören: Nichts.

 

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